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Sam (21)

Interviews zum Thema Depressionen

mit:
Sam &
Janet

Mal direkt gefragt: Was ist der Grund für deine Depressionen?
Das kann ich nicht wirklich sagen. Es kann viele Gründe geben.

Wie hat sich das bei dir geäußert?
Bei mir hat sich das geäußert, indem ich sehr viel geweint habe. Ich hatte ziemlich viele schlechte Gedanken über Suizid oder Selbstverletzung.
Man denkt man ist es nicht wert zu leben oder das das Leben von anderen ohne einen besser ist.

Wurdest du ärztlich bzw. sogar klinisch behandelt?
Ich war einmal bei einer Psychologin, bei ihr konnte ich allerdings nicht in Behandlung bleiben, weil ich es zeitlich nicht geschafft hatte. Es ist sehr schwierig einen geeigneten Therapieplatz zu finden.

Denkst du eine medizinische Betreuung hätte dir helfen können?
Ich hatte ja nur die probestunden aber diese haben mir schon etwas geholfen.

Wie hat dein Umfeld auf dich reagiert?
Viele haben das nicht verstanden bzw. Haben gesagt das ich mich nicht so haben soll, das es bald weg ist und das es ja nicht so schlimm ist und das ich aufhören soll mich so zu haben.
Ich hatte aber auch viele die es verstanden haben und mir geholfen haben, damit umzugehen.


 

Wie hast du dir gewünscht, dass Leute mit dir umgehen bzw. Was hast du gewollt, dass für dich getan wird?
Ich wollte einfach Unterstützung, ich wollte jemanden der für mich da ist und mir sagt das es normal ist wie ich mich fühle und das das okay ist.

Konntest du mit jemandem über deine Probleme sprechen?
Ja mit meinem Freund, mit einer Freundin von mir, welche das selbe erlebt hat und mit meiner Familie. 
 

Gab oder gibt es eine Stütze für dich, die dir durch deine Depressionen hilft?
Mein Freund ist wohl die größte Stütze für mich, auch wenn ich oft kompliziert bin und das für ihn auch schwierig ist.

Was denkst du, wäre notwendig, um Menschen mit Depressionen besser zu helfen?
Einfachere Möglichkeiten in eine Therapie reinzukommen bzw. Verständnis von anderen Personen zu diesen Thema.

Janet (22)

Mal direkt gefragt: Was ist der Grund für deine Depressionen?
Es gibt nicht den einen Grund für meine Depressionen, stattdessen ist es eine Verkettung von tiefgreifenden Gründen. Meine Kindheit war nicht glücklich und bis heute plagen mich daheim viele destruktive Konflikte, eine gestörte Eltern-Kind-Bindung, emotionale Kälte und ein verlogenes Maskenspiel. Ich bin mir in meinem Selbstbildnis sehr unsicher, verfüge über wenig Selbstwertgefühl und bin zugleich sehr sensibel und tendenziell melancholisch. Diese Vulnerabilität macht mich im Alltag oft nicht sehr belastbar und anfällig für negative emotionale theatralische Reaktionen, die ich kaum regulieren kann und da es mir auch schwer fällt, stabile und "gesunde" Beziehungen aufzubauen, fühlte ich mich einsam.

Wie hat sich das bei dir geäußert?
Ich war die ganze Zeit über phlegmatisch, freudlos und müde, selbst meine Leidenschaften begeisterten mich nicht mehr. Oft lag ich stundenlang im Bett und starrte die Wand an, dachte viel über meine Existenz nach oder flüchtete mich in eigene geschaffene Traumwelten, um der Realität zu entfliehen. Die gesamte Welt war für mich in einen schwarzen Schleier gehüllt, ich fühlte mich leer und haltlos, als würde ich auf einem dunklen Abgrund zutreiben, mein Leben erschien mir als sinnlos. Ich stellte alles in Frage, was ich in Frage stellen konnte. Weiterhin litt ich unter Kopfschmerzen sowie Konzentrations-und Schlafstörungen. Es dauerte nicht lange, dass ich mich isolierte und Suizidgedanken entwickelte.

Wie hat sich das bei dir geäußert?
Ich war die ganze Zeit über phlegmatisch, freudlos und müde, selbst meine Leidenschaften begeisterten mich nicht mehr. Oft lag ich stundenlang im Bett und starrte die Wand an, dachte viel über meine Existenz nach oder flüchtete mich in eigene geschaffene Traumwelten, um der Realität zu entfliehen. Die gesamte Welt war für mich in einen schwarzen Schleier gehüllt, ich fühlte mich leer und haltlos, als würde ich auf einem dunklen Abgrund zutreiben, mein Leben erschien mir als sinnlos. Ich stellte alles in Frage, was ich in Frage stellen konnte. Weiterhin litt ich unter Kopfschmerzen sowie Konzentrations-und Schlafstörungen. Es dauerte nicht lange, dass ich mich isolierte und Suizidgedanken entwickelte.

Wurdest du ärztlich bzw. sogar klinisch behandelt?
Ich war sowohl ambulant als auch stationär über mehrere Monate in Behandlung, da ich rezidivierend erkrankt bin und unter weiteren psychischen Erkrankungen leide, wird es nicht das letzte Mal gewesen sein.

Denkst du, dass dir die medizinische Hilfe gut getan hat?
Es gab einige Therapieformen, die durchaus Erfolg hatten, gerade welche die z.B. mit Kreativität und Kunst arbeiteten als auch Gruppentherapie und tiefenpsychologische Ansätze. Allerdings ist meine Erfahrung, dass man die Problematiken weiter in sich trägt, sie immer wieder ausbrechen können und einen verfolgen. Ein wirkliches Entkommen gab es bis jetzt nicht. Man kann nur immer wieder versuchen, aufzustehen und weiterzumachen.

Wie hat dein Umfeld auf dich reagiert?
Einige Menschen versuchten empathisch und fürsorglich mit mir umzugehen, gerade ehrlich gemeinte Zuwendung tut mir gut. Doch war es auch keine Seltenheit auf Unverständnis, Ablehnung und Schuldzuweisungen zu treffen. Manche soziale Beziehungen zerbrachen auch daran. Man verliert sich in einem Teufelskreis der Hilflosigkeit und sucht in diesem Zustand auch nicht mehr nach Hilfe.

Wie hast du dir gewünscht, dass Leute mit dir umgehen bzw. Was hast du gewollt, dass für dich getan wird?
Es können kleine Gesten sein, die helfen wie z.B. herzliche Umarmungen, eine haltende Hand, ein nettes Wort oder einfach die Gewissheit, dass jemand da ist. Standardsätze wie z.B. "Denk doch mal positiver!" kann man sich hingegen sparen.

Konntest du mit jemandem über deine Probleme sprechen?
Mit meinen besten Freunden und einigen Lehrern. Familiär war dagegen reges Schweigen. Meistens ereignetete sich ein Versteckspiel, weil man im alltäglichen Leben funktionieren muss.



Gab oder gibt es eine Stütze für dich, die dir durch deine Depressionen hilft?
Meine Visionen für die Zukunft, meine Wertvorstellungen und meine Interessen, für die es sich noch zu kämpfen lohnt. Ich gehe gerne in der Natur spazieren, wenn es mir schlecht geht oder male und drücke so meine Gefühle expressiv aus.

Was denkst du, wäre notwendig, um Menschen mit Depressionen besser zu helfen?
Es sollte in der Gesellschaft mehr thematisiert werden, so dass die Menschen nicht immer das Gefühl haben müssen, es zu verbergen. Die Umwelt sollte mit Akzeptanz und Wohlwollen reagieren, anstatt provokante Fragen zu stellen oder unüberlegte Bemerkungen zu machen. Findet die
Person keinen Ausweg mehr, so sollte nach Hilfsmöglichkeiten gesucht werden, allerdings verabscheue ich hier das Kategoriendenken bei psychischen Erkrankungen. Jeder Mensch ist ein Einzelfall und sollte auch so behandelt werden, Therapien müssten aus diesem Grund individueller gestaltbarer gemacht werden.

Hier gelangt ihr zur Podcastfolge zum Thema Depressionen

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